Von Oliver Langemeyer

METTINGEN. Gerne hätte Ruth Klaus-Karwisch ihren Flyer persönlich in Mettingen verteilt und zahlreiche Gespräche mit den Bürgern über ihr Programm und ihre Ziele geführt. In Zeiten der Coronakrise, in denen es nicht einmal sicher scheint, dass die Kommunalwahl am 13. September überhaupt stattfinden kann, muss aber auch die Bürgermeisterkandidatin von CDU, MWG und FDP bislang Wahlkampf per Flyer und mit Botschaften übers Internet machen.

Die 48-Jährige nimmt es gelassen. „Es sind ja alle in der gleichen Situation“, sieht sie die fehlenden öffentlichen Auftritte durch die Kontaktsperre nicht als großen Nachteil an. Sie hofft, dass das in sechs bis acht Wochen wieder anders ist. Die ersten Schwerpunkte ihres Programms hat sie auf einem Flyer zusammengefasst und als Postwurfsendung verteilen lassen. Zudem bespreche sie in Telefonkonferenzen mit dem Wahlkampfteam von CDU, MWG und FDP regelmäßig die aktuellen Themen. Ferner zeige sie Präsenz über die sozialen Netzwerke, wie Facebook.

In ihrem Flyer, der über Ostern in den Mettinger Briefkästen zu finden war, stellt Ruth Klaus-Karwisch eine „familien- und generationengerechte Gemeindeentwicklung“ in den Vordergrund. Dabei betont sie, wie schon bei ihrer Nominierungsrede im Januar, ihre Parteilosigkeit als Vorteil. Das ermögliche ihr einen vorurteilsfreien und unabhängigen Blick. Ruth Klaus-Karwisch, die in der Samtgemeinde Neuenkirchen den Fachbereich Familie, Bildung und Ehrenamt leitet, möchte unter anderem mehr Beratungsangebote in Mettingen schaffen, die Entwicklung von Kindergärten und Schulen sowie die ärztliche Versorgung im Ort sichern. Außerdem geht es ihr darum, älteren und behinderten Menschen den Alltag zu erleichtern sowie die Zusammenarbeit von Vereinen, Verbänden, Kirchen und der Gemeinde zu fördern.

Darüber hinaus will die Kandidatin neue Unternehmen in Mettingen ansiedeln, ein Mobilitäts- und Verkehrskonzept vom Autofahrer über die öffentlichen Verkehrsmittel bis zum Fußgänger erstellen lassen sowie eine „Zukunftsperspektive Mettingen 2030“ schaffen. Dazu sollen sich alle Bürger mit Ideen einbringen können. Auch die Landwirtschaft findet sich im Programm wieder: Durch „Dialog und Konsens“ möchte Klaus-Karwisch familiär geführte Landwirtschaftsbetriebe fördern.

Die ersten Reaktionen auf ihre lokalpolitischen Vorstellungen in Kurzform seien positiv gewesen, berichtet sie. Wer mehr wissen wolle, könne sie gerne über Facebook oder ihre Webseite kontaktieren. Zudem arbeite sie mit ihrem Wahlkampfteam das programmatische Profil weiter aus.

Derzeit ist Klaus-Karwisch in Neuenkirchen als Leiterin des Fachbereichs Bildung vor allem damit beschäftigt, die schrittweise Wiederaufnahme des Schulunterrichts in der Kommune zu organisieren. Zudem gelte es, jeden Tag für die Jugendbetreuung Angebote zu schaffen. Sie arbeite wechselweise zu Hause und im Büro. Auch dort sind Videokonferenzen inzwischen alltäglich.

Bei allen Einschränkungen durch die Coronakrise hat diese Zeit für Ruth Klaus-Karwisch aber auch etwas „Entschleunigendes“. Sie sei abends immer zu Hause und verbringe viel Zeit mit der Familie. Sollte es beim Wahltermin am 13. September bleiben, wird sich das für die Bürgermeisterkandidatin jedoch bald ändern.

oliver.langemeyer@ivz-aktuell.de

»Von der Coronakrise sind wir alle in gleicher Weise betroffen.«

Ruth Klaus-Karwisch zum Einfluss der Kontaktsperre auf den Wahlkampf.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, 22.4.2020 - Oliver Langemeyer (Autor)©ivz.medien GmbH & Co. KG , alle Rechte vorbehalten

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